Post-Editing

Post-Editing für maschinelle Übersetzungen: kompakt erklärt

Um Übersetzungen schneller verfügbar zu haben, wird immer häufiger auf Maschinelle Übersetzung (MT) zurückgegriffen. Die Technik ist mittlerweile so weit, das MT-Tools in vielen Bereichen recht zuverlässige Ergebnisse liefern – allerdings sind die Rohergebnisse nicht für jeden Zweck einfach verwendbar. Einen veröffentlichungsreifen Text spuckt derzeit noch keine MT-Maschine aus. Zur Qualitätssicherung sind weiterhin Humanübersetzer gefragt, die die Texte überarbeiten – und das bringt uns zum Post-Editing.

 

Post-Editing ist keine normale Revision

Der Begriff Post-Editing steht für einen immer bedeutsamer werdenden Aufgabensektor im Übersetzerbereich. Dabei geht es darum, die Ergebnisse der maschinellen Übersetzung zu verbessern, damit ein verständlicher, sinnhafter Text entsteht.

Post-Editoren sind keine herkömmlichen Revisoren oder Lektoren, sondern sie „glätten“ maschinell übersetzte Texte. Sie müssen dafür natürlich Ausgangs- und Zielsprache beherrschen, aber eben andere Anforderungen umsetzen als bei der normalen Übersetzungs-Revision. Das Ziel ist nicht der perfekt übersetzte, idiomatische Text, sondern eine in der Zielsprache lesbare und verständliche Version. Je nach Auftragsspezifikation kann dies unterschiedliche Aspekte umfassen. Das „Runterschrauben“ der Ansprüche an den fertigen Text ist für auf „Qualität“ und „Perfektion“ gepolte Übersetzer und Lektoren alles andere als intuitiv und erfordert spezielle Schulung.

Light Post-Editing vs. Full Post-Editing

Je nach Zweck der Texte, Budget und verfügbarer Zeit können sich Kunden für mehr oder weniger intensives Post-Editing entscheiden. Allgemein wird zwischen leichtem und umfänglichem Post-Editing (Light Post-Editing bzw. Full Post-Editing) unterschieden.

Während beim Light Post-Editing ein roher maschinell übersetzter Text lediglich auf grundsätzliche grammatikalische und inhaltliche Fehler überprüft wird, geht der Editor beim Full Post-Editing mehr in die Tiefe. Hier werden alle sprachlichen Idiome, die Maschinen oft nicht korrekt wiedergeben, übersetzt. Zudem werden Formatierungen, alle grammatikalischen und Zeichensetzungsfehler behoben und der Stil des Textes vereinheitlicht und somit lesbarer gemacht.

Flexibel und skalierbar

Der Auftraggeber kann, und das ist sein Vorteil in diesem Punkt, selbst entscheiden, wie intensiv Post-Editing betrieben werden soll. Übersetzungsdienstleister auf der anderen Seite erweitern mit dieser Art von Kombination aus maschineller Übersetzung und nachträglicher Bearbeitung durch Sprachexperten ihr Portfolio.

Wird in diese Art von Arbeitsweise investiert, kann eine Struktur geschaffen werden, die in unterschiedlichen Zeitspannen Ergebnisse mit unterschiedlichen Qualitätsniveaus erreichen kann. Dabei können verschiedene Hilfsmittel und Arbeitsabläufe nützlich sein, etwa das Anlegen von Glossaren für Post-Editoren, Pre-Editing der Quelltexte für eine optimale Ausgangslage, Nutzung von Termbanken und mehr.

Wichtig: Auftragsspezifikation und Feedback

Ganz wichtig sind zudem die detaillierte Spezifikation des Kunden vor Auftragsbeginn sowie das Feedback der Post-Editoren und Kunden. Nur wenn alle an einem derartigen Übersetzungsprojekt beteiligten Menschen und Software-Tools richtig gebrieft sind, kann ein kombinierter Ansatz aus maschineller Übersetzung und menschlicher Textkontrolle gelingen und zugleich wirtschaftlich für alle rentabel sein.

Und was denken Sie?

Welche Erfahrungen haben Sie mit Post-Editing und maschineller Übersetzung gemacht? Gibt es noch andere Punkte, die Sie wichtig finden oder haben Sie einen Verbesserungsvorschlag für unseren Artikel?

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